30 Days Challenge

 
30 Days Challenge – How to use Heute/Österreich in a smart way
photographs on newspaper, 2018

Tägliche Droge # 1-2

 

Tägliche Droge #2, 2017, Installation, ca. 200×250 cm

Tägliche Droge #1, 2016, Tintendruck auf Papier, Tageszeitung: 30×23 cm, Quader: 46x20x50cm

 

o.T. #1 – #7

 

o.T. #1 – #7 , 2016, Grafik auf Papier und Metall, unterschiedliche Größen

diverse

 

diverse, 2015, Holz, Fläche von zirka 30 x 30 cm

„Sprache schafft Wirklichkeit. Wir können nur sehen, wahrnehmen und erkennen, wenn wir dies auch benennen und sprachlich abbilden können. […]“ W. Wilhelm

Unsere gegenwärtige Gesellschaft angekurbelt von einer unermüdlichen Wirtschaft hegemonialer Normen erschafft die Utopie des menschlichen Ideals. Die Installation diverse thematisiert die Problematik der Normierungen bezüglich Geschlechtlichkeit, wobei von einer Zwei-Geschlechter-Norm (also Frau bzw. Mann) ausgegangen wird. Trotz der hohe Vielfalt an Geschlechtern erfahren diese Menschen Ausgrenzung, die von dem Zweier-Konzept abweichen. Die Diversität passt nicht in das Schubladendenken, wird in der Sprache mit universellen Bezeichnungen zusammengefasst und eingegrenzt.

 

faded out #1

 

faded out #1, 2014-2015, Textilien, Holzkiste & Stuhl, zirka 2 x 2 m

„Wir sind unsere Vorstellungen. […] Unsere schiere Existenz besteht aus den Bildern, die wir uns von uns selbst machen […]. Das Schlimmste, was uns zustoßen kann, ist, dass es keine Vorstellungen von uns gibt.“ Schriftsteller und Pulitzerpreisträger N. Scott Momaday

Durch diese Installation wird das Fehlen von äußeren Geschlechtsmerkmalen an Plüschtieren & Co thematisiert.
Um körperlich geschlechtlicher Normierungen entgegenzutreten, möchte ich mit der Installation erreichen, dass schon im Kindesalter Offenheit gegenüber der Diversität der Geschlechtlichkeit entwickelt wird.
faded out zeigt somit die Vielfalt an körperlichen Geschlechtsmerkmalen.

Stuhlen

 

Serie: Stuhlen, 2014, Mischtechnik

(Selektion)

Stuhlen,   Raum bestuhlen II,   Abb.-Komposition: v. li. oben: Stuhlgang II, Stuhlprobe III;   v. li. unten: Stuhlgang I, Stuhlprobe I;

 

Heu im Stecknadelhaufen

 

Heu im Stecknadelhaufen, 2014-2015, Mischtechnik, Fläche von zirka 40 x 40 cm

Die Redewendung „die Nadel im Heuhaufen suchen“ ist weit verbreitet und in verschiedensten Sprachen übersetzt. Sie bedeutet, dass die Suche nach etwas Unauffälligem in einem verhältnismäßig Großen sehr schwer zu finden ist.

In manchen Regionen der Erde scheint diese Hoffnung kaum zu existieren. Diesige Gesellschaften sind in uralte Traditionen verwachsen, dass eine Änderung schwer vorstellbar ist. Die weibliche Genitalverstümmelung (FGM) ist in einigen Gebieten so stark verbreitet, dass nur wenige Frauen und Mädchen von dieser Tradition verschont bleiben, daher trägt die Installation den Titel der Redewendung in umgekehrter Weise. Heu im Stecknadelhaufen weist auf die intensive Praxis sowie der generell weiten Verbreitung hin.
Die Stecknadelköpfe stehen symbolisch für die winzige vaginale Öffnung, die nach FGM dem Typ III* für Harngang und Menstruation zurück bleibt. Das Heu steht hier auch für die Zerbrechlichkeit der Mädchen und Frauen sowie für die Instabilität ihrer Stellung in den Gesellschaften.

FGM ist ein globales Problem und älter als jede Weltreligion. Sie darf nicht als lokale Angelegenheit gesehen oder bestimmten Religionsgemeinschaften zugeschrieben werden, um sich von der Verantwortung zu entziehen. Ein gemeinsames Wir ist für Veränderung notwendig und muss entstehen – wir Menschen.

* WHO (2014):  http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs241/en/

That´s all.

 

That´s all. 2012 – 2015, diverse Materialien, zirka 400-500 x 300 cm

Die Installation weist auf das globale Problem der weiblichen Genitalverstümmelung hin, die ebenso in Österreich verbreitet ist und praktiziert wird. Die Tratition ist ein Werkzeug zur Machterhaltung in patriarchalen Gesellschaften und zur Unterdrückung von Mädchen und Frauen. In Österreich sind rund 8.000 Frauen von der Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation/ FGM) betroffen.(1)  8.000 Frauen kann 8.000 potenzielle Mütter bedeuten, deren Tradition fordert ihre Töchter verstümmeln zu lassen. In einem Land wie Österreich, wo FGM explizit verboten ist (2), ist es möglich, eine Ablehnung der weiblichen Genitalverstümmelung bei den betroffenen Menschen zu erreichen. Tradition, Religion, Schönheitsideal, Gesundheit & Hygiene werden als häufige Argumente genannt – obwohl FGM von keiner Religion vorgeschrieben wird und mit hoher Wahrscheinlichkeit gesundheitsschädigende Auswirkungen auf den Körper haben können.

Gesellschaften, die FGM nicht zur Tradtion haben, verurteilen diese. Jedoch stehen zeitgleich ähnliche chirurgische Eingriffe an der Tagesordnung. Bespielsweise werden in westlichen Ländern Zwangsoperationen an intergeschlechtlichen Menschen (zumeist Babys und Kindern) durchgeführt, welche ebenso als Genitalverstümmelung einzustufen sind. Intergeschlechtliche Menschen, Mädchen und Frauen, deren Gesellschaft Operationen an Genitalien verlangt, haben selten die Wahl, ob sie diese Eingriff wollen oder nicht. Unbestreitbar damit im Zusammenhang steht die Emanzipation der Geschlechter, welche angestrebt werden muss, um Mädchen und Frauen vor FGM und intergeschlechtliche Menschen vor Zwangsoperationen zu schützen. Dazu gehört unbedingt die Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Normen bzw. Zwängen, welche die Menschen zu dem Fortsetzen dieser Traditionen zwingen. Information und Bildung sind unsere stärksten Waffen im Kampf gegen diese frauenverachtende Praxis. (3)

(1) WHO (2014): http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs241/en/
(2) African Women’s Organisation (2010): http://eige.europa.eu/sites/default/files/documents/Current%20situation%20and%20trends%20of%20female%20genital%20mutilation%20in%20Austria.pdf
(3) Waris Dirie (2007): http://www.gew-bildungsmacher.de/fileadmin/freie_files/
Das_bewegt_Material/Gesellschaft/Auszug-U-Mappe-FGM.pdf

 

 

Exlibris

 

Exlibris, 2014, Graphit auf Papier, Passepartout, Glas, Metallhaken, 17 x 22 cm